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Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger

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Untrue Romance

Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger Kritik

Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger Kritik
3 Kommentare - 07.02.2019 von Marozeph
In dieser Userkritik verrät euch Marozeph, wie gut "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger" ist.

Bewertung: 2 / 5

Auf den ersten Blick scheint Episode 2 alles richtig zu machen. Die Inkohärenz von Episode 1 ist einem durchgehend konsistenten Tonfall gewichen. Jar-Jar und nervende Kinderdarsteller sind größtenteils abwesend. Es liegt ein klar größerer Fokus auf Charakterentwicklung als im Vorgänger. Der Film sollte ein massiver Schritt nach vorne sein – also warum ist er im Endeffekt nur unwesentlich besser?

Ich wollte hier zunächst die positiven Aspekt des Films loben, doch dabei fiel mir auf das hier das Hauptproblem liegt: fast alles was er richtig macht wird direkt durch etwas das nicht funktioniert gekontert. Nehmen wir die erste größere Actionsequenz, eine Verfolgungsjagd in einem fliegenden Auto durch die Häuserschluchten Coruscants. Die Szene ist einerseits durchaus kreativ und sogar aufregend, aber leidet gleichzeitig darunter das die Helden nie wirklich in Gefahr zu sein scheinen – Stürze über hundert Meter werden da einfach weggesteckt als wäre nichts, echte Spannung baut sich so nicht auf. Die darauf folgende Szene hat ähnliche Probleme: die Jedis suchen in einer schick gestalteten Bar eine Attentäterin. Diese ist eine Gestaltwandlerin, also könnte sie sich überall verstecken. Wir haben somit eine sehr interessante Ausgangssituation…aus der nichts gemacht wird. Die Attentäterin verwandelt sich nie, sondern versucht statt dessen einfach Obi-Wan vor allen Leuten in den Rücken zu schießen. Gute Idee, verkorkste Ausführung, das beschreibt ziemlich viel in Episode 2.

Der Plot fällt leider auch in diese Kategorie: Nachdem Padme zweimal fast ermordet wurde, wird sie mit Anakin als Leibwächter nach Naboo in Sicherheit gebracht. Währenddessen versucht Obi-Wan die Hintermänner der Attentate zu finden und entdeckt dabei die mysteriöse Klonarmee, derweil baut Palpatine im Hintergrund seine Macht aus. Prinzipiell keine schlechte Ausgangssituation, abgesehen von einem Problem: Obi-Wan und Anakin verbringen den Großteil des Films voneinander getrennt, der Fokus liegt klar auf der Romanze zwischen Anakin und Padme. Was vollkommen in Ordnung wäre, wenn diese funktionieren würde, aber dieser Aspekt des Films ist definitiv seine größte Schwäche. Die Affäre der beiden ist zu keiner Sekunde glaubwürdig, Anakin wirkt entweder wie ein mörderischer Stalker oder wie ein quengelndes Kind und Padme reagiert auf sein Geständnis, dass er einen ganzen Sandnomadenstamm ermordet hat nur mit „To be angry is to be human.“ Massenmord ist in dieser Beziehung offenbar kein großes Problem. Und wenn die beiden vor einem offenen Kamin romantische Floskeln austauschen, ist der Dialog so gestelzt das außer ein paar unfreiwilligen Lachern nichts zustande kommt.

Der Obi-Wan-Plot ist besser, da er zumindest am Anfang ein interessantes Mysterium um die Klonarmee und den Kopfgeldjäger Jango Fett aufbaut. Einige Charaktermomente – wie eine verbale Konfrontation zwischen Jango und Obi-Wan und ein Verhör durch Count Dooku – funktionieren erfreulich gut und auch wenn die Actionszenen unter schlecht gealterten Effekten leiden, sind sie vernünftig in den Plot integriert. Das ändert sich am Ende, wenn der Film zur Non-Stop-Action-Orgie mutiert. Nach einer offenbar in letzter Sekunde eingefügten Szene, in der Anakin und Padme durch eine Fabrik fliehen, bekommen wir Helden gegen Monster, Jedis gegen Droiden, Klone gegen Droiden, Jedis gegen Dooku und Yoda gegen Dooku ohne echte Atempause serviert, vieles davon wirkt wie Action um der Action willen und ermüdet nach einiger Zeit ziemlich. Das die einst so mystische Macht zum Gimmick verkommt wenn Obi-Wan Blitze mit seinem Lichtschwert abwehrt hilft auch nicht.

Der Politik-Teil des Films hält sich eher im Hintergrund, was vermutlich eine gute Idee ist da er bei genauerer Betrachtung schnell auseinander fällt. Palpatines Plan zur Machtergreifung funktioniert nur, weil Padme unerklärlicherweise Jar Jar zu ihrem Stellvertreter macht, und dass die Galaktische Republik keine eigene Armee hat ist ziemlich absurd. Man kann argumentieren dass die Jedis diese Rolle einnahmen, aber Mace Windu selbst erklärt, dass diese keine Soldaten sind, und in einer Galaxie in der man ohne größere Probleme Kampfroboter-Horden aus dem Boden stampfen kann sollte zumindest ein Notfallplan vorhanden sein. Das die „zufällig“ genau zum richtigen Zeitpunkt aus dem nichts auftauchenden Klone ohne echte Widerrede akzeptiert werden, lässt ebenfalls niemanden wirklich gut aussehen – auch nicht Palpatine, der offenbar auf jede Politik verzichten und die Galaxie einfach mit Roboter- und Klontruppen hätte erobern können.

Die größte Enttäuschung ist aber ultimativ die Entwicklung Anakins. Der Film versucht klar, ihn als tragischen Charakter zu etablieren, von der Liebe und Schicksalsschlägen auf die dunkle Seite getrieben, aber seine Beziehung zu Padme ist wie erwähnt absolut unglaubwürdig und dass er ein Freund von Obi-Wan sowie ein vertrauter Palpatines ist wird dem Zuschauer zwar gesagt, aber nie wirklich gezeigt. Dies ist ein großes Problem, da die Prequels im Endeffekt seine Geschichte erzählen sollen, aber wir hier nichts geboten bekommen was ihn sympathisch oder auch nur interessant macht. Und der Film stellt seinen Massenmord (inklusive Kindern) als verzeihbaren Aussetzer dar, wenn er eigentlich seinen klaren Wandel zur dunklen Seite markieren sollte. Episode 3 wird somit indirekt gleich mit beschädigt, da der Charakter dort quasi rebootet werden muss.

Das macht Episode 2 zu einem frustrierenden Erlebnis. Das Chaos von Episode 1 ist vergangen, man kann klar erkennen was das Ziel der Filmemacher war: eine Charakterstudie des zukünftigen Darth Vader, gepaart mit einem Politik-Thriller über einen – im wahrsten Sinne des Wortes – fabrizierten Krieg. Aber die misslungene Ausführung macht den Fortschritt fast zunichte, wenn ein Teil des Films kaum und einer nur so halbwegs funktioniert, geht jeder am Anfang aufgebaute gute Wille schnell verloren. Irgendwo hier ist der Samen eines guten Films - schade, dass er nicht ordentlich aufgegangen ist.

Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger Bewertung
Bewertung des Films
410
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3 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.02.2019 16:37 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.517 | Reviews: 39 | Hüte: 230

Hmm, gute Kritik und Aufarbeitung des Films. Sehe ich ähnlich, auch wenn ich kein ausgesprochener Fan des Franchise bin, qualitativ würde ich den Film aber auf jeden Fall über Episode 1 ansiedeln

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
10.02.2019 16:02 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 508 | Reviews: 13 | Hüte: 37

Die größte Enttäuschung ist aber ultimativ die Entwicklung Anakins. Der Film versucht klar, ihn als tragischen Charakter zu etablieren, von der Liebe und Schicksalsschlägen auf die dunkle Seite getrieben, aber seine Beziehung zu Padme ist wie erwähnt absolut unglaubwürdig und dass er ein Freund von Obi-Wan sowie ein vertrauter Palpatines ist wird dem Zuschauer zwar gesagt, aber nie wirklich gezeigt. Dies ist ein großes Problem, da die Prequels im Endeffekt seine Geschichte erzählen sollen, aber wir hier nichts geboten bekommen was ihn sympathisch oder auch nur interessant macht. “

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, warum Episode II versagt und in meinen Augen sogar noch schlechter als Episode I ist. Der Charakter von Anakin wird eigentlich dadurch komplett ruiniert, dass er von Anfang an als „Bad Apple“ geschrieben wurde. Dadurch hat seine „Verführung“ in Episode III kein dramatisches Gewicht mehr, und die Weise, wie sich seine Freunde um ihn herum verhalten lässt einen hinterfragen ob Lucas schon einmal mit Menschen interagiert hat. Zusätzlich tun sich hier diverse Drehbuchfragen auf, warum die Jedi, die permanent, permanent eine Gefahr in Anakin sehen, diesen überhaupt ausbilden, weil sie sich an eine Prophezeiung gebunden fühlen die den Zuchauern aber nie klar dargelegt wird. Aus diesen Gründen ist und bleibt der Film für mich ein absolutes Drama-Vakuum...

Oh und die Regie ist absolut abscheulich. Man kann McGregor und Portman in jeder Szene ansehen, wie komplett verloren sie hier sind.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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TiiN : : Pirat
07.02.2019 20:54 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.137 | Reviews: 100 | Hüte: 156

Episode 2 macht einiges richtig und ist die Episode, welche das meiste Potential mit sich brachte. Es ist toll, Coruscant so lebendig zu erleben, es ist spannend Anakin endlich erstmals als Jedi in Aktion zu sehen und es ist reizvoll zu verfolgen, wie er sich zur dunklen Seite hinzieht.

Größtes Problem des Films ist jedoch das furchtbare Drehbuch. Nicht nur die teilweise mehr als hölzernen Dialoge, auch die teilweise verkomplizierte Geschichte. Über die heute schwache CGI würde ich hinweg sehen, das Opfer eines Pionieres.

Aber es ist schade wie die Verführung der dunklen Seite abgehandelt wird und Episode 2 zeigt sehr deutlich, dass der Grundgedanke von Lucas bei der PT zwar klasse war, aber alle drei Filme schwach konzipiert sind, nur schwer zueinander passen, jeder etwas neues anfängt und nicht zu Ende bringen kann und vieles auf der Strecke bleibt.

Trotz allem beende ich den Kommentar mit einem Lob: Across the Stars ist eines der wunderschönsten Themen der gesamten Star Wars Saga.

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